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Tagebuch 7sins
2008-12-13 14:27
Leute und Mirtazapin
Ich habe nicht so gute Tage hinter mir. Ich kam einfach nicht in die Puschen. Ständige Sorgen und Selbstzweifel. Dann lahmte mein Pferd wieder. Am Donnerstag gab ich dann auf, oder man kann auch sagen, ich ging es wieder an. Ich ging zu meinem Neurologen, konnte vor Weinen gar nicht reden. Ich bat ihn, mir endlich eine Medizin zu geben, die mir auch hilft. Er war enttäuscht, dass die Klinik wohl irgendwie nicht geholfen hat. Er gab mir für den Abend Mirtazapin, damit ich wieder schlafen kann. Dieses Zeug hatte es in sich, ich war nach ner halben Std. eingeschlafen und schlief und schlief. Ich träumte auch wild, aber ich glaub es war positives dabei. Schade, dass ich mich nicht mehr erinnere, es war gut, es war ein Film, den ich mit jmd. sah, und der mich plötzlich alles erkennen ließ. Wie ein Wachrüttler. Wir haben ja Vollmond und gestern ereignete sich folgendes: Karina führte mein Pferd zum Stall, ich fuhr auch Richtung Stall und parkte dort. Melanie kam mit dem Fahrrad und ihren Hunden aus der Gegenrichtung. Nur mal so ein Beispiel, was einem so passieren kann. ich fuhr vorher an einem Bulli vorbei, der an einer Kreuzung stand und einfach nicht weiter fuhr. Ich steig am Stall aus und plötzlich steht der Bulli neben mir und eine dicke ältere Frau am Steuer kreischt! mich derart an: haben Sie nicht gesehen, dass dort ein Stopschild ist? (ich fahr da fast täglich lang, also kenn ich das Stopschild, aber davor minutenlang stehenzubleiben ist mir ein Rätsel) jedenfalls ballerte ich sofort zurück: sie solle mal nicht so n dicken machen und einfach weiterfahren. Sie war ganz erschrocken, dass ich wagte, zurückzumeckern, das war auch wie aus dem Affekt, aber sie fuhr weiter. Mel kam angefahren und lachte, sie hatte meine Worte noch gehört … ich dreh mich um, schau nach Karina, die Sid führte und an ihr ging ein Mann mit einem Hund vorbei und schnauzte sie laut an, ob das hier ein Pferdeweg sei. Sie ist etwas leiser als ich, aber irgendwas hat sie ihm auch zurückgeschnauzt. Sie hätte fragen sollen, ob das ein Hundeweg sei (ich liebe Hunde) aber in was für einem Dorf leben wir da? Es ist schon öfter vorgekommen, dass die Leute einfach losschimpfen. Man geht unbedarft an einem Haus vorbei, manche Leute grüßen ja auch freundlich, freuen sich, Pferde zu sehen und wir grüßen freundlich zurück, aber manche verlassen unverzüglich ihr Haus, nur um uns anzuschnauzen. (Wir machen übrigens die Pferdeäppel weg, die dort evtl. liegen bleiben) Jedenfalls lachten wir drei nachher gemeinsam darüber und schoben es auf den Vollmond. Diese beiden Mädels haben mich gestern wieder richtig zum Lachen gebracht und taten gut. Trotzdem muß ich manchmal den Kopf schütteln, wie die Leute drauf sind. Heute nacht schlief ich wieder durch – wieder unheimlich tief und fest und lang – und wurde morgens von Maja mit Küsschen geweckt. Und nachdem ich wacher wurde, draußen bei meinem Spaziergang mit M. die kalte Luft in meinem Gesicht spürte, spürte ich auch so etwas wie Freude … und die Hoffnung, dass es jetzt mit der neuen Medizin wieder besser wird mit meinem Gemütszustand. Heute bin ich mal wieder nicht allein, R. kommt zu mir und wir machen wieder einen gemütlichen Videoabend. Das Alleinsein ist nicht gut für mich, aber ich kann auch nicht wo sein, wo ich mich nicht wohlfühle ... dann lieber alleine ... Manchmal wünschte ich mir, ich würde in einer WG leben. Dann könnte ich mich nicht immer so zurückziehen. Denn ich merke doch, wie ich auflebe, wenn ich unter lieben Menschen bin. Aber ich halte mich eigtl. zu schwierig für eine WG. Kommentare |
7sins OfflineDE 2008-12-13 14:27 |
