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2024-12-11 19:50
Der Tod ist schwer zu überleben
Es muß sich an der Stelle keiner erschrecken, denn mein Vater und ich leben noch und es geht uns auch den Umständen entsprechend gut. Mein Vater hatte gestern und heute ein wenig mit Magenschmerzen zu kämpfen, aber jetzt geht es wieder. Und ich kämpfe zwischendurch auch mt ein paar kleinen Wehwehchen. Aber dann weiß man wenigstens, daß man noch lebt. Und da ich gerade beim Leben bin, so gibt es jetzt doch Neuigkeiten von meinem Onkel. Von R. habe ich erfahren, in welchen Krankenhaus er liegt. Das weiß R. von einer Nachbarin, die es auch von einer Nachbarin weiß, weil deren Mann auch auf der Kardiologie liegt. Und dann nahm alles seinen Lauf. Mein Vater hat versucht, meine Cousine anzurufen. Irgendwann hatte er den Mann meiner Cousine am Telefon und sie hat dann auch tatsächlich zurück gerufen. Als sie von ihren Unternehmungen wieder nach Hause kam, stand dann auch die Polizei vor der Tür. Das ist ja alles irgendwie komisch. Da kümmert sich 14 Tage lang kein Mensch und dann steht die Polizei auf einmal vor der Tür. Das ist echt alles mysteriös. Aber zumindestens geht da alles seinen Gang. So soll das dann auch sein. Wir sind auch nicht die Erlöser der Welt. Tut mir leid, wenn ich das so sagen muß, aber das ist nun mal so. Tatsache. Ich will an der Stelle nicht alles erzählen, das würde echt den Rahmen sprengen. Dann kommt eben nur das, was ich jetzt noch so zusammen bringe. Mein Onkel wurde in einem desolaten Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Desolat heißt in dem Fall, daß er dement ist und es wohl nicht so mit der Hygiene hat. Damit hatte er schon in der Vergangenheit ein Problem. Das war dann so schlimm, daß meine Tante ihn daran erinnern mußte, daß er doch mal duschen und sich frische Unterwäsche anziehen soll. Kann man da echt so tief sinken? Das muß ja wohl. Auf die Frage, ob er noch Angehörige hat, bekamen die Herrschaften im Krankenhaus zu hören, daß er niemanden mehr hat und er ganz alleine ist. Gestern ist ihm dann eingefallen, daß er eine Tochter hat und diese in Lübeck lebt. Die Tochter stimmt, aber Lübeck paßt nicht. Das sind 10 Minuten mit dem Auto, die man von uns aus zu ihr braucht. Das hört sich echt nicht sehr prickelnd an. Wir können da auch nichts machen. Das mag sich jetzt hart anhören, aber ich bin froh, daß uns das erspart bleibt. Mir reicht es, wenn ich mir um meinen Vater Sorgen mache, da muß ich mir nicht noch meinen Onkel ans Bein binden. Kommentare |
2024-12-11 19:50 |
Und Ihr nun wieder nachrangig bei der Sorge seid
