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2026-07-15 18:50
Die linke und die rechte Hand des Teufels...

...wissen wirklich nicht, was sie tun. Anders kann ich mir das nicht erklären, daß mein Vater heute nicht aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Dann hätte mein Vater das Antibiotikum drei Wochen bekommen und alles wäre gut gewesen. Bis man gestern auf die Idee kam, daß man heute eine Magenspiegelung macht. Die ist dann übrigens erst morgen, weil heute viel schief gelaufen ist. Mein Vater hat sein Frühstück bekommen und da er nur einmal kurz ins Brötchen gebissen und einen Schluck von seinem Kaffee getrunken hat, sollte die Spiegelung am Nachmittag sein. So weit, so gut. Ich bin nur kurz was essen gewesen und als ich wieder auf dem Zimmer war, hat mein Vater etwas gegessen. Die Magenspiegelung ist dann für morgen angesetzt. Das heißt im Klartext, daß er morgen bestimmt nicht entlassen wird. Er muß ja auch erst mal wieder auf die Beine kommen und so lange er nicht richtig klar ist, will ich ihn auch gar nicht zu Hause haben. Das bedeutet aber auch, daß ich morgen den Termin beim Augenarzt absagen muß, den mein Vater am Freitag hat. Selbst das ist peinlich, denn ich habe einen Termin ja schon im Januar abgesagt. Die Damen meinen dann auch, daß ich sie auf den Arm nehme. Selbst das ist mir egal, denn ich kann nun mal nichts dafür, daß mein Vater mal wieder im Krankenhaus liegt.

Jetzt mal ehrlich: ich finde das echt nicht mehr lustig. Da liegt mein Vater drei Wochen im Krankenhaus und in den drei Wochen bekommt man es nicht hin, diese bescheuerte Magenspiegelung zu machen. Es muß sich nicht alles um meinen Vater drehen, wenn er nach der Schwester klingelt, das verlangt auch keiner. Aber den Herrschaften muß doch auch daran gelegen sein, daß die Leute so schnell wie möglich wieder entlassen werden. Kann sein, daß ich mit der Vermutung falsch liege, aber so ist das nun mal. Gestern war dann mal ein Chirurg da, der mit meinem Vater die Röntgenuntersuchung von letzter Woche besprochen hat. Bevor der Arzt zu meinem Vater kam, hat er sich das Bild angeschaut, aber er konnte da nichts erkennen. Er wollte sich nach dem Gespräch noch mal das Bild ansehen. Ob er das gemacht hat, entzieht sich meiner Kenntnis, aber selbst das ist mir latte. Wir wissen gar nicht, ob das nun Arthrose oder Gicht ist. Und was macht man gegen die Schmerzen? Den Fuß hochlagern, kühlen und Schmerzmittel nehmen. Das hätte ich meinem Vater auch sagen können und das ganz ohne Studium.

Heute war mein Vater ein wenig neben der Spur. Irgendwie hat er Probleme mit seinem Handy. Entweder geht er nicht dran, weil er es nicht klingeln hört oder er drückt irgendeine Taste, daß das Gespräch gehalten wird. Wenn er mich anruft, dann funktioniert das auch nicht so wirklich. Was kommt am Ende dabei rum? Er ruft beim ADAC an. Kein Wunder, daß ich mich nicht melde, ich bin nämlich nicht der ADAC. Aber es ist schon komisch, daß er sich da so vertut. Gestern hat es doch auch ganz gut mit dem Telefonieren geklappt, heute ist nichts mehr davon übrig. Vielleicht liegt das auch nur an der Hitze, ich weiß es nicht. Eigentlich sollte mein Vater trinken, aber er macht es einfach nicht. Ihm ist das Wasser zu warm. Wir sind nun mal nicht bei Wünsch Dir was. Andere wären froh, wenn sie warmes Wasser trinken können. Außerdem ist es gar nicht mal so gut, wenn man kaltes Wasser trinkt. Aber da kann man sich ja den Mund fusselig reden, das hat alles keinen Sinn. Ich traue mich ja schon gar nicht mehr, was zu sagen. Wenn ich den Mund aufmache, kann ich mir anhören, daß man Angst haben muß, mir etwas zu sagen, weil ich immer wie ein HB-Männchen in die Luft gehe. Wenn das so ist, kann ich meinem Vater beim nächsten Mal in der Ecke liegen lassen. Dann soll er doch gucken, wer für ihn den Krankenwagen ruft.

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2026-07-15 18:50