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2006-02-26 17:31
Kathartisches Chaos
Ach, wie ich es immer hasse, wenn ich mich mit dem schreiben beeilen muss... Aber hier ist es eben anders, vorm Rechner kann ich mich nur sporadisch mal niederlassen in diesem einzigen Chaos, in das sich das Haus meiner Eltern verwandelt hat. Ich stecke selber mitten drin und bin dabei, mein altes Zimmer auseinanderzunehmen, längst überfälliges zu entfernen wie ein lästiges Geschwür und den Rest in ein kleineres überzusiedeln. Im Moment sieht es so aus, als waren die Schränke eingestürzt oder hätten sich auf den Teppich erbrochen, und in all dem finden sich Fragmente eines längst vergessenen Daseins- meines Daseins. Ich bin es leid, mich damit auseinanderzusetzen, aber vieles kann ich einfach nicht wegwerfen, also packe ich es in Kartons. Hoffentlich nicht zu viel. Mir war überhaupt nicht mehr bewusst, wie weit zurückliegend für mich die Zeit vor meinem Abitur erscheint, wie wenig ich noch in Erinnerung habe. Und jetzt bricht es über mich herein. Kein Wunder, dass ich seit Tagen wirres Zeug träume; nicht schön, nur voller sozialer Abgründe. Vergessene Gesichter, die aus dem Nichts auftauchen. Letztes Wochenende war ich mit M. auf unserem alljährlichen Eso-Treffen, und auch da werde ich mir so langsam einer fast schon zwingenden Ritualhandlung bewusst, eher sowas wie eine Tradition, es fing damit an, dass wir uns ständig überlegten, was wir jetzt normalerweise als nächstes tun... naja, schön war es trotzdem. Dennoch eine Warnung, beim nächsten Mal gefälligst weniger nachzudenken. Mittwochabend war ich auf einem IrishFolk-Konzert in MA, bei dem ich mich kurz und sehr heftig in die Geigerin der Gruppe verliebt habe... Leider hatte ich kein Geld mehr, sonst hätte ich liebend gerne eine CD von ihr gekauft, stattdessen stammelte ich etwas Bedauerndes in nervös-fehlerhaftem Englisch in ihre Richtung. Wahrscheinlich war es vor allem ihre Präsenz, die mich soi fasziniert hat, ihre schwebende Art, zu spielen, ihr langes, lockiges Haar, ihr schwer schätzbares Alter. Wahrscheinlich ist sie nicht viel älter als ich, aber sie hatte diese seltsame Souveränität, die mian sich selbst nie zutraut. Wenigstens meine ich, dass sie, wenn ich sie anschaute, sehr oft schon in meine Richtung sah... vielleicht habe ich mir das eingebildet, aber andererseits, warum nicht? Als ich nach hause kam, war meine Schwester noch hier mit Valadur. Eigentlich war ich ziemlich müde, aber weil er am nächsten Tag wieder wegfahren wollte, saß ich noch sehr lange mit ihm im Wohnzimmer, und er klagte mir, ziemlich angetrunken und jammerig, sein Leid, aber irgendwie war es auch schön, dieses Sich-um-jemanden-kümmern-können... Am Donnerstag habe ich mit Löwin telefoniert, das hat mir sehr gut getan. (Danke dir auch!) Seitdem passiert hier nicht viel- aber immerhin genieße ich es, endlich wieder ein schönes Buch zu lesen, eins nur für die Seele, nicht für die Uni, auch wenn da wieder genug auf mich wartet... und gestern habe ich zum ersten Mal meine kleine Cousine auf dem Arm gehabt. current mood: lazy current music: none Kommentare |
2006-02-26 17:31 |