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2006-09-08 11:19
Klimawandel? Ja, sicher (4)
Derzeit entwickele ich für mich ein System, wie ich mich mit den täglich aufgetischten Unwahrheiten auseinandersetzen kann, ohne dabei den Blick für das Wesentliche, das ist mein unmittelbares Leben und Erleben, zu vernachlässigen. Nachdem ich mich in den letzten Jahren in viele mich juckende Themen reingegraben habe, habe ich irgendwann bemerkt, wie uferlos letztlich alles ist, was irgendwie mit dem Attribut "außen" versehen werden kann. Ich beschränke nun meine "Außen"aktivitäten auf eine bestimmte Zeit, in der ich auch beliebig den Wahrheitsspuren nachgehe, die sich inmitten des Lügengeflechts immer mal wieder zeigen. Nach dieser Zeit breche ich alles konsequent ab und beschäftige mich nur mit dem, was sich direkt vor mir ereignet und nicht irgendwo geschrieben steht. Was sich sehr schnell zeigt, das ist die Mechanik des Lügens (davon bin ich im Übrigen nicht frei). Wenn man die erst einmal verstanden hat, dann fällt das Entlarven der nächsten Lügen schon viel leichter. Schließlich kommt es soweit, daß allein schon ein paar Gesten genügen, und ich weiß, woran ich bin (daher: auch bei mir bin). Es gibt viele Lügen. Allein unsere Gegenwart ist eine Lüge, es ist alles falsch. Interessant hier übrigens auch ein Satz im "Homo Faber", der mich besonders ansprach. Herr Faber verfügte in seinem letzten Willen, daß alle seine persönlichen Unterlagen, Notizen und Schriften verbrannt werden sollen: "Es ist alles falsch". Das ist also die Quintessenz im rationalen Leben des "Homo Faber". Falsch ist nicht nur die Gegenwart, falsch ist auch die Vergangenheit, insbesondere die deutsche. Deutsche Vergangenheit fängt nicht erst 1933 an, oder 1945. Man sollte das zwar mittlerweile annehmen, aber tatsächlich gab es auch schon vor den Nationalsozialisten Deutsche und Deutschland. Diese Deutschen waren im Vergleich zu den anderen europäischen Monstern ausgesprochen friedlich und friedliebend (es war ja auch der im Wesentlichen auf deutschem Boden ausgetragene 30-jährige Krieg zu verdauen). Während Briten Inder aus wirtschaftlichen Gründen (Preisstabilität) millionenfach verhungern ließen, während Franzosen in Afrika wüteten, Niederländer in Indonesien und Portugiesen und Spanier in Indochina (Gewürzinseln) und zuvor in Südamerika herummarodierten, da entstand in der Region, die sich zu sehr früherer Zeit noch gar nicht Deutschland nannte, aber Deutschland war, Kunst, Musik, Wissen und Literatur für die Weltgeschichte. Zu übermalt? Es ist manchmal notwendig, Geschichte auch einmal anders darzustellen, als man sie aus den Geschichtsbüchern kennt, und notfalls auch übermalt. Das tradierte Geschichtswissen ist nämlich bei weitem nicht so objektiv und neutral, wie ich das immer dachte (es ist beides nicht). Genau genommen, bei immer intensiverer Beschäftigung mit den wahren Hintergründen speziell der Geschehnisse im letzten Jahrhundert, besteht die Gefahr, daß das "Außen" genauso umkippt wie es innen erlebt wird, wenn die falsche Persönlichkeit stirbt, wenn das Ich-Gebäude zusammenbricht. Aber dazu ein anderes mal. Hier und jetzt möchte ich eine kleine Gegendarstellung bringen. Über einen Forumslink bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem "der" Klimawandel besprochen wird (http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,435308,00.html). Mir ist an diesem Artikel aufgefallen, wie einseitig berichtet wird und wie allein schon in der Wortwahl und der fehlenden, kritischen Hinterfragung eine Botschaft herüberkommt, die so explizit aus den eigentlich wenigen gesicherten Tatsachen nicht gefolgert werden kann. Exemplarisch gehe ich das jetzt einmal durch. - Die Überschrift lautet: "KLIMAWANDEL". Damit ist schon einmal "der Klimawandel" als Fakt dargestellt. Ob das tatsächlich so ist, wird nicht mehr hinterfragt. Es gehört zum Allgemeinwissen, ähnlich, wie man über Jahrhunderte (offiziell) nichts anderes als eine flache Erde kannte und ein rundes Himmelsgewölbe, an dem alle Sterne plaziert waren. Und lieber nahm man die kompliziertesten Rechnungen in Kauf, um nur ja die Erde im Zentrum zu haben (so steht es schließlich geschrieben), als die Sonne ins Zentrum zu rücken und die Rechnungen zu vereinfachen. (Klimarechnungen sind auch sehr kompliziert) Für mich ist "der Klimawandel" (auf CO2 basierend) jedenfalls keine Tatsache. Es ist eine Vermutung, ein Erklärungsmodell. Allerdings muß es auch schon zu Zeiten der Römer einen Klimawandel gegeben haben, denn Hannibal kam mit seinen Elefanten über schneefreie Alpen. Woher aber kam da das CO2? Darüber hinaus war ich nicht wenig erstaunt, als ich feststellte, wie groß die Anzahl der Wissenschaftler ist, die den CO2-getriebenen Klimawandel bezweifeln. http://bwl-bote.de/20020324.htm Ein von der "Klimalobby" offenbar gut gehütetes Geheimnis. Hier ein paar weitere Gegendarstellungen: http://www.schulphysik.de/klima/alvens/klima.html http://bwl-bote.de/20041023.htm http://www.friendsofscience.org/index.php?ide=4 http://john-daly.com Ich gehe weiter durch den Artikel: "KLIMAWANDEL: CO2 bringt Pflanzenblüte durcheinander Die globale Erwärmung lässt Pflanzen früher blühen. Bei CO2 ist es komplizierter: Mehr davon in der Luft führt je nach Pflanze zu unterschiedlichen Verschiebungen - und kann bislang unbekannte Konkurrenz auslösen. Und das Niveau des Treibhausgases steigt rasant. Laien mögen vielleicht nur Gräser und Wildblumen sehen, nicht mehr als irgendeine Wiese. Die Wissenschaftlerin Elsa Cleland sieht im Grasland von heute die Probleme von morgen. Eine Forschungsgruppe der Stanford University um die Biologin Cleland hat ein Grasland-Ökosystem im US-Bundesstaat Kalifornien erforscht und dabei beobachtet: Wärme allein lässt alle Pflanzen einfach schneller wachsen und früher blühen..." --> Eine wohl spektakuläre Beobachtung "..., das kennt man vom eigenen Garten. Europäische Forscher haben bereits zeigen können, dass als Folge der globalen Erwärmung der Beginn des Frühling für alle Pflanzen im Kalender nach vorne wandert." --> Es mag sein, das "europäische Forscher" das "gezeigt" haben. Ich jedenfalls fand den letzten Winter ungewöhnlich kalt und sehr, sehr lang. Ansonsten ist mir an den anderen Wintern und den Frühlingen nicht sonderlich viel aufgefallen. "Als die amerikanische Forschungsgruppe für Teile ihrer Versuchswiesen ein künstliches Klima schuf, fand sie nun Erstaunliches heraus: Steigerten die Wissenschaftler in der Simulation die Konzentration des Kohlendioxids in der Luft, verschoben sich die Blütephasen verschiedener Pflanzengruppen gegeneinander. So kommen bestimmte Wildblumen früher und Gräser später als normalerweise zur Blüte, wenn sich mehr CO2 in der Luft befindet. Das Problem dabei ist, dass das Grünzeug sich so gegenseitig Konkurrenz machen könnte, obwohl die Natur das ursprünglich gar nicht vorgesehen hatte: Unter Normalbedingungen blüht das Gras deutlich vor bestimmten Blumen, um einen Wettbewerb um die Versorgung mit Nährstoffen zu vermeiden." --> Aha, das ist ebenfalls sehr interessant! Wo es doch immer heißt, Wettbewerb sei gut, "survival of the fittest", Darwinsche Auslese usw. Doch nun heißt es: die Natur hätte solcherlei Wettbewerb "ursprünglich nicht vorgesehen". Und, noch viel besser: die Natur will sogar einen "Wettbewerb um die Versorgung mit Nährstoffen vermeiden"! Und ich dachte immer, es würde alles auf Wettbewerb hinauslaufen, und Wettbewerb sei gut. Man sollte daher nach landläufiger Meinung annehmen: das, was die Forscher "befürchten", ist letztlich gut für das Ökosystem: mehr Wettbewerb! (In diesem Zusammenhang: der "mangelnde Wettbewerb" wurde ja auch jüngst für den Gammelfleischskandal als Ursache herangeführt. Na klar). Gehen wir weiter: "Die Verschiebung könnte beide zukünftig gleichzeitig blühen lassen und so ganze empfindlich aufeinander eingespielte Ökosysteme bedrohen." --> Ja, und wenn man zwei "empfindliche Ökosysteme Mensch" zwecks Wettbewerbs aufeinanderhetzt, dann ist das gut und schadet dem "empfindlichen Ökosystem Mensch" gar nicht. "Etwas Ähnliches passiert, wenn mehr Stickstoff in den Boden gelangt, der für die Pflanzen ein wichtiger Nährstoff ist. Mehr Flüssigkeit wie bei stärkeren Niederschlägen hingegen beeinflusst die Pflanzen in ihrem Verhalten kaum. In der Studie, die in der Wissenschaftszeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht wurde,..." --> "Proceedings" sind nichts anderes als Artikel, die parallel zu einer Tagung publiziert werden. Man könnte sie von der Qualität und dem wissenschaftlichen Stellenwert her auch "Laborberichte" nennen. Aber das würde sicher die Aussagekraft schmälern. Hauptsache: "veröffentlicht". "...befürchten die Forscher nun, dass der weltweite Klimawandel die Wachstumsphasen unterschiedlicher Pflanzengruppen verändern werden. Eine Art Dominoeffekt wäre die Folge, der die gesamte Nahrungskette beeinträchtigen könnte, sagen sie." --> Hätte, könnte, wäre, sagen sie... Außerdem mal wieder: "Der Klimawandel", damit sich das auch setzt. Lügen und Spekulationen müssen nur oft genug wiederholt werden, dann werden sie irgendwann zur Wahrheit. "Rasante CO2-Zunahme Kohlendioxid, als Treibhausgas Antreiber der Entwicklung und Indikator für deren Ausmaß zugleich,..." --> Wie gehabt…, nur jetzt auch noch: rasant "...gibt es derzeit jedenfalls soviel in der Atmosphäre wie seit 650.000 Jahren nicht mehr." --> Das klingt spektakulär und offensichtlich hinterlegt. Nun bin ich auf die Belege gespannt. "Beim Jahrestreffen der British Association for the Advancement of Science (BA) in Norwich sagte der Klimaforscher Eric Wolff, wissenschaftlicher Leiter des British Antarctic Survey, der bislang älteste je geborgene Eiskern zeige dies eindeutig. Vor zwei Jahren hatten die Wissenschaftler schon im Fachmagazin "Nature" beschrieben: In keiner der eingeschlossenen Gasblasen des Antarktis-Eises aus den letzten 650.000 Jahren hätten sie eine höhere CO2-Konzentration gefunden als in der gegenwärtigen Erdatmosphäre." --> Stimmt, das hatte ich bei der spektakulären Überschrift übersehen: es genügt schon, wenn man heute etwas mehr CO2 in der Atmosphäre findet, als in einem 650.000 Jahre alten Bohrkern, um zu sagen: soviel CO2 wie seit soundsoviel Jahren nicht mehr. Bezüglich Nature: spätestens seit dem Klonskandal wissen wir, was von Nature-Artikeln zu erwarten ist, jedenfalls keine ewigen Wahrheiten. Weiters fällt mir da auch die Geschichte eines Forschers ein, dessen Anti-Klimawandelthesen und -untersuchen von den "führenden" Zeitschriften ("Science") trotz aller Seriösität (und auch Dringlichkeit!) konsequent abgelehnt werden. s. http://www.staff.livjm.ac.uk/spsbpeis/Scienceletter.htm "Mittlerweile zeige das bis zu 800.000 Jahre alte Eis des Bohrkerns..." --> Wieso "bis zu 800.000 Jahre" alt? Gerade war noch von 650.000 die Rede. "...auch klar die Entwicklung in jüngster Vergangenheit: Vom ersten Jahrtausendwechsel unserer Zeitrechnung bis etwa 1800 war die CO2-Konzentration stabil bei rund 280 Molekülen pro einer Million Luftteilchen. Heute sind es bereits 380." ---> Was ist dann mit Hannibal und seinen Elefanten? Und was ist mit Gasdiffusion in Bohrkernen? Was passiert, wenn ein Bohrkern aus der Tiefe hochgezogen wird und der Druck schlagartig nachläßt? Muß da nicht mit massiver Entgasung gerechnet werden? Wie wird das berücksichtigt bzw. kann das überhaupt berücksichtigt werden? "Wir sind wirklich in einer Situation, in der etwas geschieht," sagte Wolff. "Es ist ein Experiment, dessen Ausgang wir nicht kennen." --> In der Tat! Und wie wissen noch nicht einmal, ob es überhaupt stattfindet. - Soweit einmal meine Kommentare zu dem Artikel. Ich bin noch kein CO2-Klimawandelverneiner, allerdings sind mir mittlerweile erhebliche Zweifel an der ganzen Klimageschichte gekommen. (Nur mal so als Gedankenexperiment: man stelle sich mal vor, das würde alles nicht stimmen. Es wäre einfach nur so warm, einfach nur so kalt, höhere Sonnenaktivität, eine kleine Auslenkung der Erdumlaufbahn, etwas näher an der Sonne, irgendeine natürliche Ursache, eine ganz normale Klimaschwankung, wie es sie seit Menschengedenken gibt - falls es derzeit überhaupt eine gibt: wie oft bestimmt denn auch heute noch - oder gerade heute - die Erwartung das Ergebnis der Untersuchung?) Vielleicht wachsen mir immer dann Zweifel, wenn Ursachen für Entwicklungen irgendwann nur noch apodiktisch als Wahrheit dargestellt werden und dies gleichzeitig bestimmten Interessengruppen nutzt. Ich sehe in so etwas immer eine große Gefahr. Wobei ich auch sagen kann, daß in diesem Fall die Folgerungen daraus, nämlich mit Energie sparsam umzugehen, erfreulicherweise zunächst sinnvoll sind. Nur die Umsetzung von Staatswegen ist selbstverständlich wieder einseitig: Ökosteuer für die Kleinverbraucher, keine Ökosteuer für die Großverbraucher (wegen des Wettbewerbs versteht sich) bzw. falls doch: Umlegung auf die Preise, die wiederum der Kleinverbraucher zahlt. Allein das muß doch schon mißtrauisch machen. Eigentlich ist das nur ein moderner Zwangsablaßhandel. Michael Kommentare |
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