luftmine tötet 7 menschen
anruf von meiner tante. sie ist 80 jahre alt, aber noch topfit.
heute allerdings nicht, sie weint.
„es war genau heute an dem datum. es war so furchtbar. ich muss immer daran denken ...“
ich versuche, sie zu trösten. ich mag sie sehr.
der bombenangriff hatte das elterliche wohnhaus völlig zerstört. eine verirrte luftmine hatte es getroffen. als sie von der arbeit nach hause gerannt kam, gab es nur noch ein loch und einen schuttberg.

damals war sie gerade 19 jahre alt. morgens war die welt noch so komplett. dann war sie plötzlich allein.
nur die beiden brüder, die zur zeit des angriffs „an der front“ waren, haben überlebt. und sie.
mit geplatzten lungen waren alle "durch feindeinwirkung" gestorben: meine großeltern/ihre eltern, ihre schwester mit ihren zwei kleinen jungs, mein urgroßvater.
es gab nicht nur "dresden".
„zum glück“ kam der tod wohl blitzschnell, keiner musste leiden. ein trost?
es wäre schön gewesen, wenn ich sie alle noch hätte kennenlernen können, meine familie. so bleiben nur ein paar s/w-bilder.
kann man für die zukunft auf die menschliche vernunft hoffen?
wohl eher nein. der homo homini lupus bleibt wohl in uns lebendig.
und einen ewigen frieden wird es wohl nirgendwo geben.
auch nicht hier in diesen landen. alles dauert immer nur eine zeit. auch der frieden. aber auch der krieg.
hoffen wir also auf das glück.
und dass wir und die, die wir lieben, von einem neuen krieg (oder neuen kriegen) verschont bleiben.
Good luck!