warten
Ich bin jetzt seit Ende Juni krankgeschrieben und so langsam merke ich das mir das Zuhause sitzen absolut nicht mehr gut tut. Ich warte auf den Aufnahmetermin meiner Reha. Ich hab 26 Wochen bewilligt bekommen. Heisst das, das die mich für ne besonders schwere Nuss halten weil ich gleich so lange bewilligt bekommen hab?
Die haben mir die Klinik vorgeschlagen in der ich schon vor 11 Jahren war. Damals hatte ich auch 26 Wochen die wir dann auf 16 Wochen verkürzt hatten. Die Wartezeiten in der Klinik sind aber 3-4 Monate und so lange will ich nicht mehr warten müssen. Ausserdem ist das am Arsch der Welt und ich könnte selten Besuch bekommen.
Ich wäre lieber nach Bruchsal gegangen. Wir haben auch Einspruch eingelegt und nun heisst es abwarten. Die andere Klinik hat nur Wartezeiten von 4 Wochen und ist allerdings eine reine Frauenklinik.
Obwohl ich mit Frauen nicht gut auskomme. Ich halte mehr als 3 Frauen auf einem Hauffen für absolut bedenklich.
Jetzt heisst es halt abwarten und Tee trinken.
Ich nehme ja seit ich in der Klinik war Cipralex gegen die Depressionen. Ok ich denk jetzt nicht mehr so oft dran mich umbringen zu wollen, aber irgendwie verändern die meinen Gemütszustand total. Ich heule zwar nicht mehr laufend, aber ich hab auch keine überschwenglichen Glücksgefühle mehr. Ich fühle mich total gedämpft und meine Libido ist gleich Null. Das ist doch bestimmt auch nicht im Sinne des Erfinders. Am liebsten würde ich das Medikament wieder absetzen aber die Ärztin rät davon ab das einfach apruppt abzusetzen.
Ich möchte einfach wieder überschwenglich etwas geniessen könnnen und nicht mit ner Leck mich am Arsch Einstellung durch´s Leben gehen.
Mit meinem Lover mit dem ich schon seit zwei Jahren eine Affäre hatte hab ich schluss gemacht, oder besser gesagt er, weil ich ihn als Typ bezeichnet habe.
Auch das ist mir absolut egal. Das passt einfach nicht zu mir das mir sowas am A... vorbei geht.
Ich will einfach wieder Leben und vor allem das Leben fühlen können.
Gezockt hab ich übrigens seit dem 22 Juni nicht mehr. Auch das ist mir total egal geworden. Darauf müsste ich unheimlich stolz sein. Aber ich kann stolz nicht emfpinden.
Das einzige was mir im Kopf rum geht: Ist ja eh alles egal.
Egal was ich mache was ich fühle, denke, empfinde: Alles ist egal. Weder gut noch schlecht es ist halt so.