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Tagebuch Itsme
2025-05-02 09:48
Und doch mitten unter uns...
Ich bin ja, so im Ganzen betrachtet, ne ziemliche Herausforderung für einen Arzt von heute : Gleich ein paar Erbkrankheiten mitbekommen, die ersten Jahre viel Gewalt und Sadismus erlebt, trotzdem "gelebt", was ich rausholen konnte aus dem geschredderten Körper und somit die üblichen Verschließerscheinungen recht frühzeitig zusätzlich einkassiert. Wenn ich jetzt bei einem neuen Arzt aufschlage, sieht der nicht nur meinen Rolli, sondern bekommt gleich noch einen Packen sich z.T. recht widersprechender Diagnosen um die Ohren. Die meisten Ärzte schalten dann schon ab und oft genug leider auf Durchzug und machen sichs bequem, indem sie mich in ihre angenommenen Diagnosen quetschen, auch da oft genug wieder mit Gewalt. Wie gesagt, ich bin heilfroh, dass ich inzwischen bzw. momentan Ärzte der unterschiedlichsten Fachrichtungen habe, die sich tatsächlich mit diesem Packen auseinandersetzen wollen. Aber das war harte Arbeit. Meinerseits. Viel Engagemant. Auch meinerseits. Hab da jede Menge Energien und Kräfte reininvestiert, die ich eigentlich gar nicht mehr habe bzw. dringend fürs Überleben meines Alltags bräuchte, damit der noch das Prädikat "lebenswert" verdient. Hat sich aber dennoch gelohnt. Was nach wie vor draußen bleiben muss, ist ein recht großer Teil von mir: Das, was der Sadismus meiner frühen Lebensjahre aus mir und meinem Körper gemacht hat. Ich warne mal vor. Wer jetzt weiterlesen will, braucht ein bissl Horrorfilmerfahrung. Ich nehme mir nämlich inzwischen die Freiheit, "das Unmögliche" beim Namen zu nennen. Ich erlebs grade wieder mit dem Zahnarzt. Musste mir einen Neuen suchen, da mein Bisheriger - wie könnte es anders sein... - mit Rolli nicht mehr machbar war für mich. Der neue Zahnarzt ist noch recht jung, ist fachlich super, was ich bisher mitbekommen habe. Und faiererweise und wegen bereits gemachter Erfahrungen hab ich von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Hab ihm erklärt, warum ich nicht der klassische Zahnarztangst-Patient bin, sondern meine Probleme mit mir im Mund rumfuhrwerken und wehtun lassen andere Gründe haben. Hab ihm also möglichst wenig detailreich erklärt, dass zum Missbrauch meiner ersten Lebensjahre auch orale Vergewaltigungen gehören, z.T. mit Nahtoderfahrungen, da einem in so ner Situation schon mal die Luft wegbleibt bis zum Ableben oder, wenn man sich dann aus Not wehrt und mal kräftig zubeißt mit den spitzen Milchzähnchen, von einem der Besoffenen auch schon mal fast totgeprügelt wird. Er hat sich wacker geschlagen, sich das anzuhören und mich trotzdem nicht schreiend aus seiner Praxis zu jagen. Mich sogar dennoch als Mensch an sich zu betrachten. Aber er kämpft. Jedes Mal, wenn er in den Behandlungsraum kommt und ich da schon bereitsitze, merke ich sein Zusammennehmen, seine Unsicherheit, seine Abwehr. Klar, nicht gegen mich persönlich. Aber doch mit dem Anspruch, ich möge "das" doch bittebittebitteschön draußen lassen. Kann ich leider nicht. Ist mir in den Körper gebrannt worden und da hab ich halt nur den einen. (Ich würde den auch schon lange gerne mal umtauschen gegen einen "richtigen", der funktioniert, wie man es von einem Körper erwarten kann.) Ich erleb das auch mein Leben lang schon von diversen Psychiatern und Konsorten : Die Reduktion aufs Psychische. Sätze, Ansprüche und Erwartungen an mich in Richtung "Verarbeiten Sie das endlich, lassen Sie es los und hinter sich, ist doch Vergangenheit, findet doch im Heute nicht mehr statt!" Stimmt. Und das ist auch gut so, sonst wäre ich mittlerweile Massenmörderin, denn jetzt kann ich mich wehren und tu es ohne Kompromisse, wenns sein muss. Aber "vorbei" ist es tatsächlich nur im Seelischen. Da hab ich verarbeitet, vergeben, losgelassen. Da bedrückt, behindert und beschäftigt es mich nicht mehr groß, nur noch in Ausnahmesituationen. Aber erlebt, erlebt hat das alles damals auch mein Körper. Der zuerst. Und halt "gleichzeitig" mit meinem Geist und meiner Seele. Und der Körper "heilt" nicht einfach "alles weg", was ihn verformt hat, auch wenn ich das geistig-seelisch verarbeitet habe. Ich wundere mich da immer bei den Fachleuten, dass die das so einfach erwarten. Grade die müssten doch wissen, dass jede Erfahrung prägt und verändert. Bei einem gebrochenen Bein wundert sich niemand über die Kallusbildung, wenn der Bruch heilt. Und über die Wetterfühligkeit an dieser Bruchstelle. auch Jahrzehnte nachdem der Bruch verheilt ist, auch nicht. Oder dass so ein Bein genau an der bereits verheilten Stelle leichter wieder bricht, wenn Gewalt auf es einwirkt. Ist, na klar, ist doch logisch, eine Schwachstelle und bleibt "anfällig". Und es wird nicht negiert, dass "sowas" (wie ein Beinbruch) "auch heutzutage noch" passiert, hier, in unserer Gesellschaft, direkt in der Nachbarschaft, z.T bei Bekannten, Freunden, innerhalb der Familie etc., mitten unter uns. Der Missbrauch, der Sadismus, die Gewalt an Unterlegenen und Abhängigen aller Couleur allerdings schon.... Obwohl grade erst die Corona-Zeit wieder sehr plastisch deutlich gemacht hat, wie selbstverständlich das sehr wohl passiert. Und zwar tatsächlich "all-täglich". "Mitten unter uns". Und ich wünschewünschewünsche mir so sehr, dass die Leute grade einer Gesellschaft wie unserer, so aufgeklärt, so modern und offen wie es sich die unserige auf die Fahne schreibt, wieder bereiter wird hinzugucken und zu reagieren. Sich bewusst machen: Es passiert, jeden Tag, jede Nacht, um dich herum. In der Nachbarschaft bei der Familie oder der Alleinerziehenden, die nebenan oder über dir wohnt. In der eigenen Verwandschaft. Bei den Freunden, mit denen man sich einmal im Monat zum Grillen und Saufen trifft. Dann kämen wir mal endlich etwas mehr in die Prävention. Könnten unsere Ressourcen als Gesellschaft da hinein geben, anstatt seit zig Generationen irgendwann nach Jahrzehnten immer und immer wieder in eine "Aufarbeitung" gehen zu müssen, die diesen Namen einfach nicht verdient. Ich bin mit meinem Erlebten durch. Brauche keine "Wiedergutmachung" oder "Entschädigung", hab ich auch nie gebraucht oder gar gewollt. "Sowas" kann einfach nicht "wiedergutgemacht" werden und "ent-schädigt" schon gar nicht, siehe weiter oben im Text : Es prägt, es verändert, denn "Anpassung" ist der Motor der Evolution, der Natur an sich. Mir ist es viel mehr ein Bedürfnis, dass endlich mal der Fokus ganz und unbequem auf das gerichtet wird und bleibt, was JETZT um uns herum geschieht. Denn sonst bleibt dieser "ewige Kreislauf" aufrechterhalten und bestehen, den wir wohl durchmachen, seit wir Menschen von den Bäumen gekrabbelt sind und unser Gehirn samt dem, was sich Moral und Ethik und ja, auch Kultur nennt, als unser einziges Vorteilsmerkmal im weiten Feld der Lebewesen favorisiert entwickelt haben. TagsKommentare |
Itsme Offline
Mitglied seit: 29.04.2025DE mehr... 2025-05-02 09:48 |

Haben die/der Täter ihre Strafe erhalten oder lief alles still? Familie?
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