Schön sein
Ich mach mich immer wieder daran kaputt, dass ich schon bevor ich in Spiegel schau denke: das, das, das und das passt an mir nicht! Oberschenkel zu dick, krumme Nase, Haare zu platt,....
Ich mach mich daran kaputt, dass ich so meine Phasen hab, in denen ich beim Essen immer daran denke, um wie viel runder mein Bauch werden wird.
Und das alles nur, weil ich schön sein will.
Einem Schöhnheitsideal entsprechen will, der eigentlich mit dünn gleichsetzbar ist.
Nur weil in meinem Kopf tief verankert ist, dass ich schön sein muss, um überhaupt etwas zu sein.
Nein, ich bin nicht psychisch krank oder sonst was. Jedenfalls nicht kränker als die meisten anderen Mädchen um mich rum.
Eine Generation, die den Glauben an sich selbst verliert, nur weil sie es nicht schafft, dem fast unerreichbaren Begriff schön gerecht zu werden.
Ist das alles was uns ausmacht? Dünne Beine, breite Hüfte, dünner Bauch, viel Brust? Ja. Das denke ich. Dieser Gedanke steckt tief in mir drin. Ein ernst gemeintes: "Hey! Du siehst aber hübsch aus!" bringt mich für eine Sekunde dazu, zu denken: Ja! Das wollte ich doch hören! Bevor ich anfange wieder selbst zu urteilen.
Ohne an meinen Inneren Teil des Körpers zu denken, fange ich an weniger zu essen. Ohne an meine Haut zu denken, hau ich Make-Up drauf, nur um ja keinen Flecken meines eigenen Ichs rausscheinen zu lassen.
Natürlich ist das jetzt übertrieben gesagt, aber um ganz ehrlich zu sein ist das die Hoffnung die ich habe.
Das verstecken zu können, was nicht schön ist.
So oft les ich oder hör ich: Gott hat dich perfekt gemacht! Er wollte dich so!
Das tut eine Weile gut, schafft es aber nicht diese tiefliegende Unzufriedenheit wegzuräumen.
Dazu braucht es mehr.
Ich bin dabei es zu lernen. Zu lernen, dass Schönheit vergänglich ist und nicht das, was einen ausmacht.
Dass das Unvergängliche viel wichtiger ist.
Den positiven Eindruck bei anderen, nicht weil man unglaublich aussieht,
sondern weil man trotz der ganzen Eile, einem Menschen geholfen hat, zugehört hat, oder einfach nur einer fremden Person ein Lächeln geschenkt hat, weil man tief in seinem Herzen, statt dem Zwang schön auszusehen, den Zwang hat, anderen Menschen etwas von der unglaublichen Liebe Gottes weiterzugeben.
Ich weiß in meinem Kopf, dass das eine viel schönere Schönheit ist. Und ich arbeite daran, dieses Wissen endlich auch in mein Herz zu bekommen.