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Tagebuch rispe
2012-03-14 09:19
Freundschaften
So, die Große ist in der Schule (sie schreibt heut Französisch-SA und ich hoffe es läuft gut), Nr. 2 ist im Kindergarten und unser Frischling schläft. Ich hab darüber nachgedacht, wie sich doch Beziehungen verändert, das eigene Verhalten und Freundschaften. War ich doch früher immer eine Art Hütehund, der all seine Freunde stets zusammentrieb und sie um sich haben wollte, hab ich mich doch inzwischen recht zurückgezogen. Ab und an seh ich gern mal meine Lieben, doch im Großen und Ganzen hat sich mein ganzer Fokus sehr auf Familie verschoben und mir bleibt eigentlich auch derzeit kaum Zeit für andere Aktivitäten.
Eigenartig ist nur, dass dieses häusliche, dass gerade bei mir stattfindet auch bei meinen Freunden ohne Kinder zu finden ist. Früher waren wir alle ganz gern mal unterwegs. Inzwischen hocken doch fast alle daheim mit ihrer Flasche Wein auf´m Sofa und schauen fern. Ich frag mich, ob ich genauso wäre, wenn ich keien Kinder hätte. Aber es scheint doch nicht so ungewöhnlich zu sein. Das Kneipensterben in den Großstädten kann ja nicht von irgenwoher kommen. Jedenfalls glaub ich von mir zu wissen, dass ich doch mal gern am Wochenende mit Freunden, Mann oder auch Fremden ein Bier trinken würde. außerhalb der eigenen 4 Wände um einfach nen frischen Austausch zu haben. Mag sein, dass das am großen Kinder-Familien-Wunsch liegt, der bei mir im Freundeskreis seine Runde macht. Die meisten Frauen sind in dem Alter, in dem die Uhr sehr laut tickt und fangen an panisch zu werden. 2 meiner engsten Freundinnen versuchen es inzwischen beide seit 1,5 Jahren und es mag nicht so recht klappen. Ursachenforschung haben beide bisher noch nicht betrieben, aus Angst vor einer Entgültigkeit (total bescheuert). Jedenfalls war es schon krass, dass sich beide von mir spürbar distanzierten, als ich wieder schwanger wurde. Ich hab dann beide darauf angesprochen, ob es an meiner Schwangerschaft läge, dass der Kontakt so extrem wenig geworden ist. Die eine bestätigte meine Vermutung, völlig offen und unverklemmt und kann seitdem auch ganz entspannt mit mir umgehen, die andere verneinte und hat - und das finde ich völlig eigenartig -sich erst nach 2,5 Monaten persönlich gemeldet um mir zum Kind zu gratulieren. Mensch, da muss man halt mal über seinen Schatten springen. Na, ich wünsch beiden jedenfalls nur das Beste.
Ich hätte echt jedenfalls nie gedacht, dass es zu so einem Wandel im Freundeskreis kommt. Es ist inzwischen so, dass ich mit ganz vielen neuen Leuten Kontakt habe (u.a. auch mit Freunden, die ich zum Teil jahrelang nicht mehr gesehen hatte) und dann wieder die Freunde die mich die letzten Jahre begleitet haben einfach über Bord geworfen habe (das hört sich jetzt heftig an, ist aber irgendwie schon so).
Letztlich mag es daran liegen, dass ich meinen Paul hab. Der ist mir einfach der beste Freund geworden. Auch wenn er mich täglich mindestens 10 mal aufregt. Ich hab ihn einfach so lieb mit all seinen Macken, seiner Verträumtheit und seiner Milde. Ja, Milde zeichnet ihn irgendwie aus. Ein gutes Herz hat er, soviel steht fest.
Vielleicht hab ich heut abend noch Zeit für mehr... Kommentare |
rispe Offline
Mitglied seit: 12.11.200548 Jahre, DE 2012-03-14 09:19 |
. Wo soll ich da die Zeit für Freunde hernehmen.Geht gerade nicht.
Mitglied seit: 12.11.2005