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Tagebuch seltsam
2006-08-24 18:12
Nacht auf dem Friedhof
Ich bin bei D. Er war und ist der beste Freund von ihm. D. hat mich so lange genervt bis zugesagt habe. Ich stehe in seinem Bad und mache mich fertig für die Party. Wir gehen auf die Party, die damals ein Highlight war. Die DorfkirmesParty in seinem, unserem Dorf. Mir ist mulmig. Eiegntlich will ich gar nicht hin, habe viel zu viel Angst das alles wieder hoch kommt. Zu spät. Wir gehen los. Auf dem Weg durch die Felder kommen wir an unsrerem Parkplatz vorbei. Dem Parkplatz, der an den Friedhof grenzt. Ich sage D., dass ich kurz hin möchte. Es ist das allererste Mal seit seiner Beerdigung das ich da bin. Es ist dunkel. Überall brennen die roten Ewigen Lichter. Er hat ein weisses. Ich setze mich auf die Kante der marmormen Grabumfassung des Grabes neben seinem. So muss ich nicht im Matsch sitzen. Ich sage zu D. das ich sauer bin. Wir gehen zu DER Party, auf der wir, unsere ganze Clique der Mittelpunkt waren. Nun gehen wir allein. D. zündet eine Zigarette an und legt sie für ihn hinter das Kreuz. Sein Grabstein ist immernoch nicht da. Wir gehen los. Die Party verläuft einsam. D. und ich sind allein. Keiner von den alten Leuten ist da. Nur D. und ich. Wir fühlen uns schrecklich alt und verlassen. Darum trinken wir. Wir amüsieren uns etwas. Wie früher, und doch ganz anders. Als gegen Ende der Party alte Lieder gespielt werden kommt der Umbruch. Ich hatte mir fest vorgenommen nicht zu heulen. Doch die Lieder, die schon seit Jahren hier gespielt werden und die niemand mochte oder kannte ausser unserer Clique sind zuviel. Ich muss heulen. Ich gehe zum Klo und die Klofrau tröstet mich. Wir haben uns auf der ganzen Party gut verstanden. Die Klofrau und ich. D. und ich gehen. An der Würstenbude rege ich mich sehr darüber auf das ich heulen muss. Wie ein Mädchen. Schlimm. Wir treten den Rückweg an. Ich hab mich gefangen. Wir kommen wieder am Grab vorbei, gehen hin. Kaum sitze ich wieder auf der Knte muss ich hemmungslos heulen. Jetzt kann auch D sich nicht merh halten. Also sitzen wir Nachts um ca. 4 Uhr auf dem Friedhof und heulen. Ich sitze da, Arm in Arm mit D. und fluche, schluchze und heule wie selten im meinem Leben. Alles kommt wieder hoch. Alles. Ein paar Jugendliche kommen an uns vorbei. Wir müssen ein groteskes Bild abgeben. Wir zwei vergleichsweise alten Säcke sitzen Nacht auf dem Friedhof und heulen. Die Kids werden leiser und schauen. Gehen weiter. Irgendwann gehen wir Arm in Arm durch die Felder zurück zu D. Ich habs gewusst. TagsKommentare |
seltsam OfflineDE 2006-08-24 18:12 |
es ist nicht nur hochgekommen - sondern auch einiges heraus.