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2026-04-22 14:00
Dem Widerstand zum Trotz
Wenn ich an den heutigen Tag denke, möchte ich mal wieder meine Sachen packen und die Biege machen. Nach der Aktion vom Vormittag hätte ich erst recht allen Grund dazu. Da ruft mich mein Vater um 9.45 Uhr an und fragt mich, was denn ist. Nichts, was soll denn sein? Das wußte mein Vater auch nicht, denn ich habe ja schließlich angerufen. Nein, ich habe nicht angerufen, weil 9.45 Uhr nicht die Zeit ist, zu der ich sonst anrufe. Ich rufe nämlich immer um 10.00 Uhr an. Das Telefon hat aber geklingelt und mein Vater hat mir gesagt, daß ich doch lauter reden soll, weil er mich nicht versteht. Ich kann nichts dafür, wenn das Telefon spinnt und außerdem werde ich doch wohl wissen, ob ich angerufen habe oder nicht. Für wie blöd hält mich mein Vater eigentlich? Keine Ahnung. Warum muß man dann noch immer weiter diskutieren, wenn ich sage, daß ich nicht angerufen habe? Gute Frage, nächste Frage. Ich kann nichts dafür, wenn mein Vater neben der Spur steht. Natürlich mache ich nicht die Biege, sondern halte das irgendwie aus. Aber wenn das so weiter geht und das alles noch schlimmer wird, sollte ich überlegen, den ganzen Rotz hinzuwerfen und zu gehen. Ich gehe ja jetzt schon auf dem Zahnfleisch, wenn ich ehrlich bin. Aber wie das nun mal so ist, gehe ich dann doch nicht und schlage mich weiter durch meinen Alltag. Ob das immer so richtig ist, kann ich nicht sagen. Es ist halt nur traurig, daß man so was sagen muß. Doch so lange sich die Wogen immer wieder glätten, ist alles in Ordnung. Das war dann am Mittag der Fall. Verstehen muß ich das nicht, aber das macht nichts. Ich mache mir viel mehr Sorgen darum, daß mein Vater so gar nicht in die Gänge kommt. Er wäre heute schon wieder um ein Haar umgefallen, hat es aber mit Hilfe der Nachbarin bis in die Wohnung geschafft. Mein Vater hofft, daß die Tabletten was bringen, die er vorgestern vom Arzt bekommen hat. Wenn er sich da mal nicht vertut, aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Bis die Tabletten wirken, kann es ein bis zwei Wochen dauern und bis sich eine Besserung einstellt, dauert es drei bis vier Wochen. Wirklich optimal finde ich das zwar alles nicht, aber wenn der Arzt meint, daß die Tabletten helfen, dann soll das wohl so sein. Ich will an der Stelle nicht meckern, aber ich finde, daß mein Vater auch ein wenig dazu beitragen kann, daß er wieder fitter wird. Auf der einen Seite nervt ihn das tierisch, daß es gar nicht bergauf geht und auf der anderen Seite hofft er, daß jemand mit der Sänfte kommt und ihn abholt. Er muß auch bedenken, daß wir am 27.06. an den Bodensee fahren wollen. Bis dahin sollte er eigentlich besser drauf sein, ansonsten sehe ich für den Urlaub schwarz. Ich weiß selbst, wie das ist, wenn man keine Lust hat und man am liebsten den ganzen Tag nur schlafen will. Aber wenn ich das sage, habe ich gefühlt drei Klagen an der Backe. Mein Vater kann auch nicht ständig damit kommen, daß er zum trinken keine Lust hat. Wenn er unbedingt an die Dialyse will, bitte sehr. Es sind nicht meine Nieren, die ihren Geist aufgeben. Kommentare
01:48 24.04.2026
Zu seinem und auch Deinem Besten, dranbleiben Good luck!
07:57 23.04.2026
Ich erinnere ihn ja auch immer daran, aber es ist eigentlich traurig, daß ich ihn daran erinnern muß. Da kann man wohl nichts machen.
03:11 23.04.2026
Auch wenn es Dich nervt, Du musst ihn weiter nerven mit Trinkaufforderungen. Daumendrück für Euren Bodensee-Urlaub! Good luck!
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2026-04-22 14:00 |
Zu seinem und auch Deinem Besten, dranbleiben
