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2010-10-07 11:09 / Gr. Hochsensible Persönlichkeit
Der "alltägliche Wahnsinn" mit der HS...
Hochsensibel sein is was Feines - da,wo man`s gebrauchen kann. Das kann ich z.B. in meinem Job.Bin ja Krankenschwester,mittlerweile wegen den doofen Auswirkungen der Hormonstörung dauerberentet,mache aber ehrenamtlich so`n bissl was in Form von "Begleitung in Krisen" und "Motivationstraining". Meine Hausärztin ist ganz angetan davon,weil ich ganz gut das Pflegerische mit dem Medizinischen und dem Psychologischem verknüpfen kann und den Leuten da ein bissl auf die Sprünge helfe,wo ein Arzt oder ein Thera denen zu "bedrohlich" ist. Empathie ist in meinem Beruf ja eh ganz wichtig,hochsensibel zu sein,hat da aber noch viel größere Vorteile,weil man die Leute oft genug gar nicht erst fragen muß,wie`s ihnen geht - man hat es eh schon mitbekommen... Schlimm an der HS ist,daß man sie nicht einfach "abstellen" oder nur schlecht "ausblenden" kann. Heißt also,wenn ich im Bus hocke,dann krieg ich die Befindlichkeiten der Leute um mich rum nicht nur mit,sondern ab,als ob es meine eigenen Empfindungen wären. Wenn ich Samstag am Vormittag in die City zum Shoppen geh und zwei Stunden später heimkomme,dann bin ich genauso fertig wie nach 8 Stunden Arbeit. Ich darf dann nämlich erstmal hergehen und "aussortieren",welche Gefühle und Zustände sind jetzt eigentlich wirklich meine?Und die anderen muß ich dann erstmal wieder "loswerden",so ne Art "verduften lassen" - es dauert also ne Weile. Deshalb hängt man HSlern gerne schnell mal ne "soziale Phobie" an,weil es NichtHSler halt nicht nachvollziehen können,daß so ne ständige Reizüberflutung ihre Auszeiten braucht. Mittlerweile baue ich mir schon imaginär meine "Firewall",bevor ich in die Stadt oder zu Veranstaltungen gehe. Stelle mir mein "inneres Haus" vor und wie ich Fenster und Türen zuschließe,sämtliche Rollos runterlasse etc. Es hilft schon etwas,aber eben nur etwas. Wichtig ist und bleibt ein gutes "Reizmanagement" und eben nicht einfach "mithalten" wollen und drüber weggehen. Ich liebe absolute Stille - die findet man aber heutzutage nirgendswo mehr in Deutschland.Selbst allein in Wald und Flur krieg ich jedes Hüsteln eines Karnickels mit. Und zuhause hör ich nen Floh schon,wenn er grade noch überlegt,ob er gleich mal husten muß. Nicht mal Oropax helfen... Andererseits macht es schon Spaß,wenn mal wieder eins baff ist,daß ich dies oder jenes schon spüre,höre,mitkriege,lange bevor andere es mitkriegen.Oder ich auf was hinweise,was ein anderer gar nicht erst mitgekriegt hätte. Und dann heißt es oft : Toll!Das möcht ich auch gern... Aber die andere Seite ist,daß man zu ner HS auch das nötige stabile Nervenkostüm braucht - sonst geht man echt dran drauf... Das "frißt" einen sonst regelrecht auf - oder man zieht um auf ne einsame Insel oder sucht sich ne Höhle ganz weit oben im Gebirge.... Mir kommt da sehr zugute,daß ich wegen dem Traumagedöns ja eh ne Therapie gemacht hab und da Selbstreflexion und Achtsamkeit mir selber gegenüber gut gelernt und verinnerlicht habe. Ich habe "Ruheinseln" in meinen Alltag eingebaut.Z.B. meine "stille Zeit",so ne Art Gebetszeit,wo man aber hinhört anstatt zu quasseln. Jaja,ich weiß:Frei nach Hirschhausen "Wenn ich mit Gott spreche,nennt man das Gebet.Wenn Gott mit mir spricht,dann heißt es Psychose" Manche meditieren,ich mache halt sowas. Was mir auch guttut,sind so "meditative Bewegungen".Bewegung baut ja eh überschüssiges Adrenalin ab und das Meditative bringt den Sympathikus noch zusätzlich runter.Feldenkrais,QiGong und Ähnliches hab ich mir da angewöhnt,ein bissl variiert und eben zum täglichen Ritual eingebaut wie das Zähneputzen. Manchmal tut mir auch Musik auf die Ohren gut,so richtig schön zum Auspowern.Muß da bloß ein bissl aufpassen,weil ich "nebenbei" auch noch Synästhetikerin bin und Musik sozusagen "sehe",Klänge farbig sind und Formen haben - was wiederum,wenn ich da so richtig eintauche drin,zur Reizüberflutung wird... HS heißt aber auch,daß ich jemanden anrufe und der dann meint "Mensch,grad wollt ich den Hörer nehmen und dich anwählen!"Wenn meine "Antennen" grad mal wieder auf Hochtouren laufen,kommt das schon mal vor. Bei mir ist es auch so,daß ich Körperempfindungen auch sehr deutlich wahrnehme.Schmerzen zwar auch,aber da drin hab ich "Übung",die auszublenden.Aber wenn ich mal irgendwann sowas wie nen Nagel in nen gebrochenen Knochen bräuchte - da graut mir vor!Mir kommt nicht mal ne Krone in den Mund - geschweige denn ein Implantat...Und ich hoffe,ich brauch nie ein Spenderorgan... Wie alles,so hat halt auch ne HS ihre Vor- und Nachteile.Aber "aussuchen" kann ich mir`s ja eh nicht - ich bin damit "gemacht" worden,also mach ich halt jetzt das Beste draus... Kommentare |
2010-10-07 11:09 |


also ich könnte gerne drauf verzichten