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2008-05-07 12:52
die 4 Wahrheiten
Gestern abend hatte ich schwarzen Durchfall, und mir ist immer noch schlecht, also ging ich heute zum Doc und ließ mich weiter krankschreiben. Der Arzt meinte, ich soll das mal beobachten, schwarzer Durchfall kann bedeuten, dass ich im Magen blute, bzw. es auch nach innen gehen kann. Die Hitze draußen ist nichts für mich, ich gehe entweder in den kühlen Wald (weil die Hunde ja mal müssen) oder in meine kühle Wohnung. Ich kriege von der Luft draußen Kopfschmerzen und die Hitze macht mich total schlapp. Es ist erst Mai, wie soll das erst im Juli werden? Meine Bude stinkt nach Urin, ich darf hier keinen reinlassen. Ich werde gleich mal alles reinigen und desinfizieren. Wie kriege ich Maja bloß sauber? Auch, wenn ich alles sofort aufwische, riecht es weiter nach Urin. Ich bin erleichtert, dass ich diese Woche nicht mehr arbeiten muß. Und ab Montag hab ich Urlaub. 2 Wochen. Mein Doc mag mich glaub ich, er erzählte mir heute von seiner schweren Zeit, als er hierhin gezogen war. er sagte, dass man fast nie im Leben richtig gute Freunde findet. Es wird immer von tollen Freundschaften geschrieben und erzählt, aber er würde keinem Menschen außer seiner Partnerin wirklich vertrauen, seinem Freund würde er z.B. nicht alles erzählen, er sagt, meistens wird so was irgendwann missbraucht. Nun ja, so was möchte man ja eigtl. nicht hören, wenn man eh schon sch… drauf ist, aber er sprach mir halt aus der Seele. Er sagte auch: das Leben ist für viele Menschen schwer, jeder hat irgendwo Sorgen und Probleme. Wir können Sie nur unterstützen, aber kämpfen müssen Sie selber, machen müssen Sie, nur nicht aufgeben. Und er meinte, dass das schlimmste im Leben sei, sich alleine zu fühlen. Darunter leiden Menschen am meisten. Was er empfiehlt, sind Wohngemeinschaften. Ja, würde ich sogar auch machen. Wollte ich auch mal vor vielen Jahren. Ich lese ja grade ein Buch über sämtliche Religionen. Jetzt bin ich beim Buddhismus. Es ist interessant: die 1. Wahrheit ist, dass alles Leiden ist. Weil alles vergeht, sogar Glück, sogar die durch die Meditation erreichte Freude, alles ist vergänglich, nichts ist von Dauer. Die 2. Wahrheit ist, dass der Ursprung des Leides in dem egoistischen Wunsch liegt, den der Buddha den „Durst, selbst zu sein“ nennt. Sogar der Wunsch nach Ekstase gehört dazu. (Aber hat Gott uns denn nicht die Ekstase auch als Geschenk gemacht? warum soll man das Geschenk nicht annehmen?) Und wie kommt man da raus? Durch die 3. Wahrheit: um das Leiden der Unbeständigkeit aufzuheben, muß man das Nirwana erreichen. Die letzte der 4 Wahrheiten beschreibt die Wege, wie man dorthin gelangt. Es ist der Mittelweg. Man muß das Streben nach Glück durch Vergnügungen genauso meiden, wie die Suche nach Glückseligkeit durch Askese (also Verzicht). Man muß alles angemessen tun und sehen, in der richtigen Mitte. So erreicht man die Weisheit und damit das Mitgefühl nicht nur für alle Menschen, sondern für alle Lebewesen. Wenn nämlich die Gesamtheit dessen, was in der Welt existiert, vergänglich ist, wenn sogar die Erkenntnisse ohne Bestand sind, dann existiert das Selbst nicht mehr. Dann ist kein Platz mehr für den Egoismus. V.a. aber kann man den Zustand des Nirwana, der Befreiung vom Leiden, nicht in einem anderen Leben oder in einem anderen Himmel erreichen, sondern nur in der Gegenwart. Wer die Wege des Buddha befolgt, kann am Ende der Meditation sagen: oh, das Nirwana! Zerstörung, Ruhe, eine vortreffliche Ausflucht! Buddha spricht ausdrücklich davon, „das Haus zu zerstören“. Das Haus ist ein Bild für die Bedingungen des menschlichen Lebens. Natürlich geht es nicht darum, es mit dem Bulldozer niederzureißen, sondern man muß sich davon lösen, es in seiner behütenden Essenz zerstören. Genauso wie der Körper ist das Haus vergänglich. (Das hat Buddha nicht selbst erfunden. Im Hinduismus gehorchen der Kosmos, der menschliche Körper und das Haus der gleichen universalen Ordnung, die für jeden von Geburt an strengstens festgelegt ist. Und wenn man es schafft, Haus, Körper und Kosmos zu zerstören, verschwinden die alten Tabus des Hinduismus. Folglich gibt es keine Kasten mehr, alle Menschen haben also Zugang zur Ruhe, alle können dem Leiden entgehen, nicht nur die Privilegierten.) Na ja, irgendwie finde ich die Wege ins Nirwana schwierig zu deuten, festzulegen, denn was ist genau der Mittelweg, wer legt diesen fest. Erinnert mich auch wieder etwas an das Christentum, denn die Christen sollen sich doch auch vom Reichtum trennen. Sie sollen andere lieben, wie sich selbst, was doch fast kaum möglich ist, außer vielleicht seine Kinder oder? Also auch weg vom Egoismus. und indem ich den Mittelweg gehe, wie immer der auch geht, verliere ich meinen Egoismus? ganz automatisch? zerstöre ich ganz von selbst mit der Zeit mein "vergängliches Haus"? mein Wollen? kann das wirklich gehen? Kann jemand damit etwas anfangen? Als ich noch mit meinem Freund zusammen war, fühlte ich mich recht stark. So ausgeglichen, als könne mich nichts umhauen. Ich nahm mir vor, dass ich so bleiben will, auch wenn wir uns trennen, dass ich immer daran denke, dass ich es selbst mache, wie ich mich fühle, dass sich nichts ändern wird, wenn wir uns trennen, weil ich jetzt weiß, wie es ist, sich stark zu fühlen, durch ihn, aber eigtl. sind es doch nur meine Gedanken, die bestimmen, so zu fühlen. Versteht jmd. das? Aber ich bin gescheitert. Irgendwie … irgendwie ging es dann doch in die Hose … und die Ausgeglichenheit und Stärke verschwand peu a peu. Kommentare |
2008-05-07 12:52 |

ich sag mal so: wer die mitte verschmäht und spitzentiefs als "leben" bezeichnet weiss nicht wie tief es runter gehen kann. anders ist so ne aussage gar nicht möglich und ich glaube, der gedanke des buddhismus auch nicht fassbar. die mitte ist natürlich auch spannend und auch in der mitte gibt es noch genug emotionen. ich weiss ja nicht was du dir darunter vorstellst?