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2026-07-22 20:00
Ein Handy ohne Besitzer

Das war heute bei meinem Vater der Fall. Er hat sein Handy aufs Tablett gelegt und demnach ist das Handy mitsamt Tablett in der Spülküche gelandet. Zum Glück hat er es wieder bekommen. Daß er sich daran nicht erinnern konnte, war mir klar. Das Handy hat ihm auch keiner gebracht. Was er denn meint, was auf dem Nachtschrank liegt? Ein Ufo war es nicht. Am Nachmittag habe ich ihm erklärt, wie er an die Nummer kommt, die er anrufen will. Auch jetzt gab es wieder Probleme. Er war der Meinung, daß das Handy leer ist, es ist dunkel. Was auch normal ist, aber das habe ich nicht gesagt. Wenn ich ehrlich bin, wird mir da ganz anders. Ich habe die Befürchtung, daß da was nicht stimmt. Das kann natürlich nur vorübergehend sein, aber genau das glaube ich nicht. Ich rufe morgen mal auf der Station an und rede mit der Schwester. Sie hat mehr Ahnung wie ich, was das angeht. Wenn das im Krankenhaus schon so komisch ist, wie soll das dann erst werden, wenn er zu Hause ist? Er kann doch in dem Zustand nicht alleine zu Hause bleiben. Ich sehe es schon kommen: er macht den Herd an, legt irgendwas drauf und fackelt so die Bude ab. Das wäre schließlich nicht das erste Mal, daß er vergißt, den Herd auszumachen. Das ist bis jetzt immer noch gut gegangen, weil mir das auffällt. Wenn mein Vater zu Hause ist und ich auf der Arbeit bin, habe ich keine ruhige Minute, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Da muß was passieren, denn sonst kotze ich irgendwann im Strahl.

Ich verstehe nicht, warum sich die Person vom Sozialdienst nicht bei mir meldet. Das sollte nämlich so sein, wenn man bei meinem Vater war. Es war auch gestern jemand da. Was dabei raus gekommen ist? Nicht viel, denn man hat meinen Vater nur ein paar Sachen gefragt. Und das war es dann jetzt? Mit anderen Worten kann ich gucken, wie es weiter geht. Macht sich keiner Gedanken darüber, daß ich arbeiten muß und mich nicht gleichzeitig um meinen Vater kümmern kann? Anscheinend nicht. Natürlich soll mein Vater so lange wie möglich zu Hause sein, aber wenn das alles noch schlimmer wird, bleibt mir gar nichts anderes übrig, als ihn ins Heim zu geben. Es geht nicht darum, alleine zu sein, daran habe ich mich schon gewöhnt. Es kann aber nicht sein, daß ich mir beide Beine auszureiße und dann zu der Erkenntnis komme, daß ich irgendwann selbst nicht mehr kann. Ich komme mir vor wie ein Häufchen Elend und es wird auch ganz bestimmt nicht besser. Ich weiß echt nicht, was ich machen soll. Natürlich bin ich froh, daß mein Vater noch zwei Wochen im Krankenhaus ist, da ist er besser aufgehoben als zu Hause. Aber die zwei Wochen dauern ja auch nicht ewig. Wie gesagt, ich rufe morgen mal im Krankenhaus an und hoffe, daß mir die Schwester eine Auskunft geben kann. Mehr kann ich im Moment nicht machen.

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2026-07-22 20:00