Wie zuvor
Unglücklich.
Gestern Abend auf dem Ball keinen Schritt getan, bin zwischendurch aufs Klo um zu heulen. Ich wollte einfach nicht tanzen, auch mein Selbstbewusstsein war so tief im Keller angelangt, dass ich es nicht geschafft hätte.
Sind dann irgendwann nach Hause, hab mir dort dann die Augen aus dem Kopf geheult. Er hat mich wieder ganz lieb getröstet, er mag es nicht, wenn ich weine. Irgendwann konnte ich einigermaßen reden und beichtete ihm, dass ich Schluss machen wollte.
Nach ein paar gewechselten Worten stand er an der Tür und sagte „Du musst dich entscheiden – entweder ich bleibe oder ich gehe“. Es war ein so schrecklicher Moment, ich habe so geheult, gezittert und hyperventiliert.
Wäre er gegangen, wäre ich noch mehr am Ende gewesen. Er stand an der Tür und ich konnte nichts sagen, weil ich selber nicht wusste, was ich will. Dann ist er aus dem Zimmer gegangen, um seine Schuhe und seinen Mantel anzuziehen. Ich durchlebte einen inneren Kampf, innere Zerrissenheit, ich wusste nicht, was ich tun sollte. Dann bin ich aufgestanden und habe ihn festgehalten.
Es fühlte sich so an, als ob eine Mutter ihr Kind verlassen würde. Ich deute das als kein gutes Zeichen.
Er ist also geblieben, es ist wie zuvor und ich bin immer noch unzufrieden.
Falls ich wirklich den Entschluss fasse, Schluss zu machen, kann ich dies leider nicht persönlich tun – es ist schon so oft fehlgeschlagen. Sehr feige, ich weiß, aber ich möchte diesen Zustand des Unglücklichseins endlich ablegen.
Ja, ich denke, ich werde es ihm schreiben, dass ich damit immer noch nicht abgeschlossen habe und ihn fragen, ob er in dem allem eine Zukunft sieht.
Das Schlimme ist, dass ich einfach nicht mehr kann und will, aber OHNE ihn kann ich mir alles nicht vorstellen, weil er einfach MEINS ist.....