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Tagebuch Schalk
2009-04-07 22:45
Die Wurst
Wer kennt sie nicht und verbindet damit den Gedanken an Fleisch. Wer so denkt hat weit gefehlt. Eine Wurst ist ein zylindrisches Gebilde von einiger Länge. Wer jetzt an die unliebsamen Ausscheidungen des treuesten Freundes des Menschen auf Gehwegen denkt, die auf meine Schuhsohlen magische Anziehungskräfte entwickeln, hat wieder weit gefehlt, zumal sie auch meist als riesige Haufen da liegen. Die Knetmasse des Kindes zB. ist eine Wurst. So lautete das Urteil der deutschen Justiz bei der Bemängelung einer Wurst in Kenntnis der einschlägigen Rechtsvorschriften, Leitsätze für Fleisch- und Wurstwaren und GHP (Gute Handwerk Praxis) Da sah ich heute im öffentlich rechtlichen eine Sendung, in der man sich über Analogkäse aufregte. Den Namen habe ich das erste Mal gehört. Er sieht aus wie Käse, schmeckt wie Käse, ist aber kein Käse. Denn beim so genannten "Analog-Käse", einem Käse-Imitat, wurde das teure Milchfett gegen billiges Pflanzenfett ausgetauscht. Das ist zwar erlaubt - nur darf man das Produkt nicht mehr als "Käse" bezeichnen nach der Käseverordnnung. Eiweißpulver, Wasser, Pflanzenöl und Geschmacksverstärker in sechs Variationen werden gerührt und erhitzt. In nur 20 Minuten entsteht eine cremige Masse, die wie Käse schmecken soll. Die Einkäufer - vor allem aus arabischen Ländern und aus Russland - zeigen sich begeistert. Denn das Produkt ist billig, echter Milchfett-Käse muss monatelang reifen, kostet viel mehr. Da frage ich mich nun, was Justitia dazu sagt, wenn der Analogkäse demnächst beanstandet werden wird, denn eine besondere Form für Käse gibt es nicht. Und er ähnelt ja sogar dem Käse, anders als die oben beschriebenen Würste. Ungewaschene Füße bezeichnet man ja auch als Käsemauken oder -quanten. Vielleicht vorab eine Entscheidungshilfe: Alles was stinkt ist Käse Kommentare |
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