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Tagebuch Sommer
2023-04-23 17:35
Stille Wasser sind tief
Deswegen hatte ich gestern einen Brief von der Betriebsärztin in der Post. Dieser Brief ist eine Einladung zum Informationsgespräch. Die Gesundheit der Mitarbeiter/innen sei sehr wichtig. Deshalb möchte man mich nach einer längeren Phase der Arbeitsunfähigkeit in meinen Genesungsprozess unterstützen. Deswegen schlägt man mir die Teilnahme am betrieblichen Eingliederungsmanagement vor. Man möchte mich herzlich einladen, um gemeinsam über Maßnahmen nachzudenken, die mir die Rückkehr an meinen Arbeitssplatz erleichtern. Dazu sei ich selbstverständlich nicht verpflichtet und wenn ich das Gesprächsangebot nicht annehme, entstehen mir keine beruflichen Nachteile. Noch nicht, aber wer weiß, was dann noch auf mich zukommt, wenn ich in diesem Jahr noch mal krank werde. Dann habe ich vielleicht irgendwann eine Abmahnung in der Post. Wenn das so ist, lehne ich diese herzliche Einladung dankend ab. Daß ich in den letzten 12 Monaten dreimal krank war, streite ich auch gar nicht ab. Ich war eine Woche krank, weil mich ein Magen-Darm-Virus erwischt hat, kurz danach war ich zu Hause, weil der Coronatest positiv war. Und in diesem Jahr war ich vier Wochen außer Gefecht, weil meine Galle raus mußte. Hätte ich gewußt, was dabei raus kommt, hätte ich der Galle eine Abmahnung geschickt. Das hätte auch nichts gebracht, wäre aber zumindestens ein Versuch wert gewesen. Jeder hatte schon mal einen Magen-Darm-Virus. Corona hat ebenfalls zugeschlagen, beim einen mehr, beim anderen weniger. Bei mir war es nur ein Schnupfen, aber selbst ich mußte dran glauben. Und die Sache mit der Galle war für mich nicht weiter schlimm. Und wenn ich mir laut Arzt Ruhe gönnen soll, werde ich den Teufel tun und mich nicht daran halten. Dann hätte ich auch am Tag nach der OP wieder arbeiten gehen können. Ich frage mich, warum ich wegen dieser drei Krankheiten eingegliedert werden soll. Ich arbeite doch schon wieder fünf Wochen, da brauche ich auch keine Eingliederung mehr. Ich könnte das echt noch verstehen, wenn ich es an der Bandscheibe hätte oder einen Schlaganfall hatte. Habe ich aber zum Glück nicht. Ich darf nicht daran denken, was passiert wäre, wenn ich Anfang April zum Arzt gegangen wäre, weil mein Mund schief war. Ich hätte eine Woche im Krankenhaus gelegen und wäre noch eine Woche zu Hause gewesen. Und dann? Dann wäre es eine Baustelle mehr gewesen. Toller Hecht. Diese Geschichte ist auch so gut ausgegangen. Mir ist auch klar, daß sich diese Sache in Zukunft immer wiederholen kann. Das ist nun auch egal. Wenn das so ist, dann ist das eben Pech und fertig ist die Laube. Mir geht das zumindestens so, daß ich mir jetzt doppelt und dreifach überlege, ob ich zum Arzt gehe oder nicht. Daß der Gedanke falsch ist, weiß ich selber, aber was das angeht, bin ich jetzt zickig ohne Ende. Vielleicht sieht meine Welt morgen wieder ganz anders aus. Kommentare |
Sommer Offline51 Jahre, DE mehr... 2023-04-23 17:35 |
Offen reden und dann wird sich sicher alles in Wohlgefallen auflösen
