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2006-01-06 16:30
6. Januar
Wieder ein 6. Januar. Allen Anschein nach ein Tag wie jeder 6. Januar. Im Herzen bleibt er natürlich ein besonderer, allerdings wird der Schmerz immer geringer. Ist das zu begrüßen? Natürlich, Schmerz möchte keiner haben, auch keinen seelischen. Aber schwindet dadurch nicht auch die Erinnerung? Erinnerung an meinen Vater, der heute vor vier Jahren starb. Vier Jahre... Als er starb, bat ich das Leben darum, die Zeit schnell vergehen zu lassen, Abstand zu diesem schicksalhaften Tag zu bekommen. Ich beneidete mein zukünftiges Ich darum. Nun bin ich diese Person. Habe Abstand und somit Zeit gewonnen. Bin ich zu beneiden? Überall lebt mein Vater nach. Ich sehe ihn in meinem Spiegelbild, werde ihm immer ähnlicher mit dem Alter. Ich sehe ihn in den Bewegungen und Gesten meiner Brüder, höre manchmal seine Stimme tief in meinem Gedächtnis. Habe manchmal das Gefühl, nur zum Telefon greifen zu können, um mit ihm über die aktuellen Ereignisse reden zu können. Dann verharrt meine Hand über dem Höher, mein Lächeln gefriert. Ich habe keine Verbindung zu ihm, er wird sich nicht am anderen Ende melden, werde seine Stimme nicht hören, auch wenn sie dann plötzlich in dieser Situation als vorweggenommenes Echo in meinem Ohr ist. In diesen Momenten spüre ich, dass es heute nicht ein Tag wie jeder andere ist. Spüre, dass da immer noch eine riesige Lücke in meinem Leben klafft, die sich (hoffentlich) niemals ganz schließen wird... Kommentare |
2006-01-06 16:30 |
Vielen lieben Dank für Eure Gedanken...
Es ist schön und auch tröstend, wenn man solch ein Feedback bekommt.